Focus & Friends

Willlkommen im virtuellen Clubhaus!

Eine Co-Working Session vom ArtVenture Club e.V.

Dieser Text ist ein Werk der Fiktion. Er basiert auf realen Formaten, Menschen und Arbeitsweisen aus dem ArtVenture Club e.V., erhebt jedoch keinen Anspruch auf dokumentarische Genauigkeit. Vielmehr ist er eine kreative Annäherung an das Format “Fokus & Friends” mit erzählerischen Avataren.

Montag, 18 Uhr, im virtuellen Clubhaus, irgendwo zwischen Küchentisch und Bildschirmlicht.

Marco schließt das Clubhaus auf. 🗝️ Ein Klick. Der Raum ist da. Licht an, virtuelle Türen auf.

Nach und nach trudeln Vereinsmitglieder ein. Stefan winkt kurz in die Kamera: “Guten Abend”. Kathleen lächelt und bereitet sich vor. Nicole wählt sich ein. Urtes Kachel taucht auf und auch Philipp ist wenig später zu sehen. Urte richtet Grüße von Waltraud aus. Sie wäre gerne heute dabei gewesen, um an einem ihrer Vorträge über “Frauen in der Kunstwelt” zu arbeiten. 🚺 Leider liegt sie aber immer noch krank im Bett. Alle lassen Waltraud Genesungswünsche ausrichten. 🍀

Dann ein kleines Ankommen, das nichts weiter braucht, außer ein paar Minuten gemeinsamer Zeit. Kein großes Hallo, kein Wochenbericht. Nur das Gefühl, dass man zusammen in einem vertrauten und vertrauensvollen Raum ist:

Marco sagt, dass er heute nicht bleiben kann: Smörgåsbord steht in der analogen Welt auf dem Plan und er muss jetzt, nach Feierabend vom Day Job, noch einen besonderen Käse besorgen. 🧀 Er wünscht einen fröhlich-fruchtbaren Abend und macht Philipp und Kathleen zu Co-Hosts. Dann ist er weg.

Stefan übernimmt. Nur ein kurzer Check-In mit der Runde: “Woran wollt ihr heute für euch arbeiten? Und was würde den gemeinsamen Abend für euch produktiv machen?”

Kathleen möchte heute am Miro-Board für das Barcamp zum offenen Salon morgen weiterarbeiten. 📝 Philipp wünscht sich, mit seinem Bericht zur COP in Brasilien weiterzukommen. ✍️ Urte ist guter Dinge, dass sie heute den Substack-Post zum gemeinsamen Ausstellungsbesuch der Queeren Moderne in Düsseldorf am 30. Januar fertig kriegt. 💌 Nicole hat beim Malen großen Nachholbedarf und wird sich heute an die Staffelei stellen. 🎨 Und Stefan selbst hat ein paar E-Mails vor der Brust, die schon etwas zu lange warten mussten, weil “Impuls Paula” immer näher rückt und ihn auf Trab hält. 📧

Mehr braucht es nicht. Doch das kleine Gefühl von Zusammengehörigkeit hat sich wieder mal ein kleines bisschen vertieft.

Stefan erklärt den Hauptraum zur Clubbibliothek 🤫: Mikrofone aus. Kameras an – oder aus, ganz wie man mag. In analogen Arbeitszimmern, in Ateliers oder in Cafés, an Küchentischen oder auf der Couch beginnen Tastaturen im Duett mit Mausklicks zu klimpern. ⌨️ Irgendwo wird Kaffee eingeschenkt, das Wasserglas nachgefüllt. ☕ Jemand lässt leise Dark Academia Music for Studying aus der gemeinsamen YouTube-Playlist laufen. 🎶 Doch hier, im Hauptraum, hört man von all dem nichts. Hier ist es still, konzentriert und angenehm unaufgeregt.

Nach einer Weile hebt Philipp die Hand. 🤚 Stefan spricht ihn nach ein paar Momenten an. Philipp braucht den Termin für die Jahreshauptversammlung für seine Planung. Stefan erwähnt, dass sie am 15. April ist, weil der Verein an diesem Datum offiziell eingetragen wurde. 📆 Urte findet es immer noch super, dass das zufällig auch der UNESCO World Art Day ist. Kathleen bietet an, dass sie schnell zeigen könnte, wie Philipp den Google Kalender “ArtVenture Club e.V. – intern” bei sich anzeigen lassen kann. Philipp ist interessiert und fragt, ob das auch für die anderen kurz in Ordnung ist. Alle nicken. Kathleen gibt ihren Bildschirm frei und fünf Augenpaare folgen ihrem Mauszeiger. 👀 Sie erklärt: “Du loggst dich mit deiner ArtVenture-Club-Mailadresse bei Google ein. Dann klickst du oben rechts das Menü mit den neun Punkte an und suchst das Icon für “Kalender”. Dann geht die Kalenderansicht auf und da hakst du unten links in dem Menü “Meine Kalender” einfach den internen Kalender an.”

Vier Sätze, das war’s schon. Philipp ist überrascht, wie einfach das war und auch wie gut, das mal gesehen zu haben. Alle bedanken sich bei Kathleen. Dann legt sich wieder Arbeitsstille über die Clubbibliothek.

Urte kommt gut voran. Als ihr Text steht, schreibt sie Kathleen eine kurze Direktnachricht über den Zoom-Chat. “Denkraum in zehn Minuten?” 💬 Kathleen braucht noch zwanzig. Passt. Sie treffen sich im Breakout-Raum und Urte zeigt ihren Text auf dem Bildschirm. Gemeinsam lesen sie nochmal drüber, überlegen zusammen, ob das Thema LGBTQ+ inklusiv und gendergerecht drin ist und ob alles zur Vereinssprache passt. 🏳️‍🌈 Kathleen erinnert sich: “Nathalie hat doch erzählt, dass Angela aus der Linguistik kommt! Wollen wir sie vielleicht zum Team Sprache einladen?” 🗣️ Urte hält das für eine gute Idee und schlägt vor, dass sie es vor dem nächsten gemeinsamen Termin mit Nathalie besprechen.

Der Substack-Beitrag ist fertig! Urte wird ihn an Nathalie schicken und erwähnt, dass sie dann jetzt zu ihrer Familie nach Oldenburg fährt. Kathleen schlägt vor, dass sie sich doch bei der Gelegenheit bei ihrer Ausstellungseröffnung auch mal in echt sehen könnten. Zum ersten Mal überhaupt. Ein Plan entsteht, der sich nicht nach Arbeit anfühlt, sondern nach echtem Kontakt in der analogen Welt. 🫂

Zurück im gemeinsamen Arbeitsraum entdecken sie, dass Sandra in der Zwischenzeit dazugekommen ist. Sie liest gerade interessiert in einem Nachhaltigkeitsbericht 📖, während Stefan und Philipp weiterhin konzentriert tippen. Kathleen und Urte gehen still wieder an ihre eigenen Aufgaben.

Stefan setzt sich einen Tee auf. Die Hälfte der gemeinsamen Arbeitszeit ist schon fast rum. 🫖 Mit der dampfenden Teetasse in der Hand, ruft er zur Pause auf. Philipp ist gerade tief im Schreiben und dreht den Ton leiser. Die anderen entscheiden, lieber ins virtuelle Vereinscafé zu wechseln – da stört es niemanden. “Und wir haben ja die Technik!”

Zehn Minuten Zeit: Stefan schwärmt von seinem neuen grünen Tee, der letztes Wochenende daheim in Emden auf ihn wartete, als er aus Worpswede kam – ein kleines Geschenk von Eva!

Nicole kommt ins Café gewandert. Jetzt sitzt sie am Schreibtisch, doch im Hintergrund lässt sich ihr analoges Atelier erahnen. Vielleicht auch eine Ecke der Staffelei? Sie wischt sich die Hände an einem Lappen ab, lächelt in die Runde und sagt, dass sie endlich wieder im Malen drin ist. Sie nippt an ihrer Tasse, lehnt sich entspannt zurück und hört zu.

Kathleen erzählt von einem Webinar zur Scheinselbständigkeit, das sie gerade für ihre Selbständigkeit konzipiert. Urte merkt an, dass das auch für viele Kolleginnen bei Beruf Kunstvermittlung bestimmt interessant wäre. Stefan nickt. Vielleicht eine Partner-Veranstaltung mit dem ArtVenture Club? Sie beschließen, den Gedanken festzuhalten. 💡 Stefan sagt, er könne das in der Agenda notieren, fragt aber, ob ihm jemand schnell den Link schicken kann: Neuer Laptop, alles anders als vorher. 💻 Es wäre einfach einfacher. Urte hat das Dokument sowieso noch auf und schickt Stefan den Link als Direktnachricht im Zoom-Chat. 🔗

Die Pause ist vorbei. Es geht zurück in die Bibliothek. Philipp schreibt im Gruppenchat: “Ich war eben total im Flow. Hab gerade einen kleinen Meilenstein erreicht.” Die anderen gratulieren ihm. Sandra setzt ein Applaus-Emoji ab. 👏 Urtes erhobener rechter Daumen wird von Zoom in ein Daumenhoch verwandelt und schwebt über den Bildschirm. 👍 The only way is up! Zufriedenes Lächeln, beflügelte Gesichter. 😌

Stefan trägt in der Agenda bei den Veranstaltungsideen das Thema “Scheinselbständigkeit” ein.

Nach einer Viertelstunde geht eine weitere Kachel auf: Nathalie kommt dazu. Sie flüstert leise “Hallo!” in die Runde, dann stellt sie sich stumm. Alle sind konzentriert, nur Urte winkt in die Kamera 👋. Sie hat gerade ihre Verabschiedung in den Gruppenchats gepostet: “Ich bin raus für heute. Das Abendessen wartet darauf, gemacht zu werden. Hab superviel geschafft. Danke euch und allen noch einen schönen Abend! ✨”

Fliegender Wechsel in der Vereinsbibliothek. Eine Kachel geht auf, eine andere zu.

Nathalie ist einen Moment unsortiert. Was wollte sie noch schnell machen? 🤔 Dann fällt’s ihr wieder ein: Ah ja! Digitales Decluttering! 🧹 Tabs schließen, E-Mails löschen, nur vor ihrem Fotoordner auf dem Handy, davor graut’s ihr heute zu sehr. Ein anderes Mal …

Und sie denkt: Vielleicht machen wir ja mal gemeinsam eine “Digital Decluttering Party”? Swedish Death Cleaning für das Postfach, die Festplatte, den Google Drive, die Zoom-Aufzeichnungen, die Canva-Uploads … und … und … und? 🚮 Sie hatte sich für solche Veranstaltungsideen doch mal irgendwo ein Google-Dokument angelegt … Mal auf dem Drive nach suchen! 🔍

Ob die anderen wohl auch Lust auf sowas hätten? Dann könnten wir das ja als Think-and-Do-Tank planen … Bisschen wie hier, aber nicht als Deep Work🧠, sondern als produktive Shallow Work 🌬️? Mit energiegeladener Musik während der Arbeitssession? 🪇 Und dazwischen feiern wir gemeinsam unsere Fortschritte? 🎉 Die Worte “Beats & Bins” poppen in grellpinken Neonbuchstaben in ihrem Kopf auf! Sie notiert es in ihrer Sammlung möglicher Angebote für die Mitglieder und freut sich auf die Vereinsplattform. Wenn sie doch nur schon da wäre! Dann startet sie ihr Lieblings-Pomodoro 🍅 – damit sie nicht vergisst, zwischendurch mal Luft zu holen – und öffnet ihr E-Mail-Programm: Auf geht’s! Delete! Delete! Delete! 🗑️

Eine gute Weile vergeht … Am unteren Rand poppt eine Nachricht von Kathleen aus dem Gruppen-Chat auf. “Hallo Moderationsteam für morgen! Ich bin mit dem Miro-Board fürs Barcamp jetzt soweit durch. Wollen wir noch schnell gemeinsam draufschauen und Aufgaben verteilen?” Stefan schlägt vor, dafür zusammen mit Nathalie kurz nochmal in den Denkraum zu gehen, um Philipp, Nicole und Sandra nicht aus dem Fokus zu reißen. Gesagt, getan. Bildschirm geteilt. Drei Rechner, ein Miro-Board. Alle zusammen. Aufgaben werden verteilt: Kathleen moderiert. 🎙️ Nathalie präsentiert. 👩‍🏫 Stefan sortiert. 🧩 Das ging ja mal schnell!

Genug Zeit noch, dass Nathalie erzählen kann: Hilla hat geschrieben mit ein paar tollen Ideen, wie das Online-Residency-Programm zu den “Zukunfts-Bildern 2055” 🌈 alternativ genannt werden könnte. Nathalie hat’s mal in ihren Konzeptentwurf aufgenommen – ausprobieren, wie es wirkt. Sie hofft, dass sie ihr Dokument dazu den anderen im “Team Zukunfts-Bilder” bald als Gesprächsgrundlage rüberkopieren kann. Gerade ist es bisschen viel auf einmal, aber sie ist guter Dinge, dass es bald per Mail kommt – und sie gibt dann auch über WhatsApp Bescheid, wenn es soweit ist. 📣

Doch erstmal tickt für heute die digitale Uhr. ⌛ Die Zeit ist fast schon wieder rum und alle kehren zurück in die Bibliothek. Sandra und Philipp sind inzwischen auch in den Austausch gekommen, sprechen über Kunst und Klima. 🌱 Die anderen hören zu. Nathalie schlägt vor, Nicole einzubinden, sie ist ja auch “Liaison für Kunst & Klima”. Nicoles Kopf schiebt sich in den Ausschnitt ihrer Zoom-Kachel, sie kommt näher an die Kamera. Nathalie fährt fort: “Vielleicht kann sich daraus ja sogar ein ganzes, kleines Team zum Thema bilden? 👫 Wenn die Vereinsplattform fertig ist, sollte man sie auch dafür gut nutzen können. Für heute sind wir ja so gut wie durch, aber vielleicht wollt ihr beim nächsten Mal drüber sprechen? Wir haben ja hier auch mehrere Breakout-Räume. Oder organisiert euch gerne selbst einen Termin. Wir können euch auch einfach den Raum öffnen.”

Kurz vor Schluss: Sandra startet mit dem Blitzlicht ⚡: Sie ist ein gutes Stück weiter gekommen in ihrer Lektüre und es hat ihr heute gut gefallen. “Und ihr? Wie war’s?” Sie gibt den virtuellen Redestab weiter und es geht reihum. Nur kurz, kein großes Feedback. Zufriedene Gesichter. Und ein leises Fazit, dass dieser kalte Montagabend im virtuellen Clubhaus doch ganz gut genutzt war – und man das doch eigentlich mal wiederholen könnte! ❄️

Dann verabschieden sie sich in die klare Winternacht. 💫

Nathalie bleibt noch einen Moment, schreibt noch schnell die Absage der analogen Veranstaltung für die “Zukunfts-Bilder” ans Alanus Werkhaus fertig. Die hatte sie ein bisschen vergessen … 🙈 Danach: E-Mail raus. Rechner aus.

In der analogen Küche scharrt der Kater mit den Pfoten. Der Krall will was zwischen die Zähne. 😸

Über die Autorin

Nathalie Krall, M.A.

Nathalie lebt in Düsseldorf-Flingern und bewegt sich als freiberufliche Kunsthistorikerin und Artist Liaison zwischen Bildschirm, Buch, Atelier und Institution. Sie begleitet Künstler:innen durch die Höhen und Tiefen des Kunstmarkts und gestaltet mit collectAR neue Wege, Kunst digital zu bewahren und durch Augmented Reality und Storytelling lebendig erfahrbar zu machen. Als Initiatorin und Vorstandsvorsitzende vom ArtVenture Club e.V. setzt sie sich für eine gerechte, vielfältige und nachhaltige Kunstwelt der Zukunft ein. Sie ist Initiatorin und Koordinatorin des FrauenOrts NRW für die Jugendstilkünstlerin Ilna Wunderwald (1875–1957) in Düsseldorf, ein Projekt des FrauenRat NRW e.V., das lebendige Erinnerungskultur fördert und sichtbar macht: Frauen schreiben (Kunst-)Geschichte.

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